Philemon


Philemon
I
Philemon,
 
Gestalt der griechischen Mythologie. Philemon lebte mit seiner Frau Baukis (Baucis) in Phrygien. Nach einer in Ovids »Metamorphosen« aufgenommenen Sage nahm das bejahrte Ehepaar trotz Armut Jupiter und Merkur gastfreundlich auf, als diese in Menschengestalt das Land durchwanderten. Als eine Sintflut das Land überschwemmte, blieb ihre Hütte verschont und wurde in einen Tempel verwandelt, in dem Philemon und Baukis als Priester wirkten. Beide erbaten sich den gleichzeitigen Tod: Im hohen Alter wurde Philemon in eine Eiche, Baukis in eine Linde verwandelt. - Die Sage wurde in verschiedenen Variationen in der Neuzeit dichterisch bearbeitet, so von J. de La Fontaine (1685) und J. Dryden (1700). In Goethes Werk klingt das Motiv am ausführlichsten im zweiten Teil des »Faust« an. L. Ahlsen aktualisierte den Stoff dramatisch (»Philemon und Baucis«, 1956).
 
II
Philemon,
 
griechischer Dichter, vielleicht aus Syrakus, * zwischen 365 und 360, ✝ um 264 v. Chr.; neben Menander bekanntester Vertreter der »neuen« griechischen Komödie; von seinen 97 in der Antike bekannten Stücken sind drei in der lateinischen Nachdichtung des Plautus (»Mercator«, »Trinummus«, »Mostellaria«) erhalten.
 
Ausgabe: Poetae Comici Graeci, herausgegeben von R. Kassel u. a., Band 7 (1989).

Universal-Lexikon. 2012.